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Links historische Darstellung des Pesthaus 1725, rechts Visualisierung DHZC
Geschichte

Seit mehr als 300 Jahren
der Zeit voraus

1710

Auf dem Stammgelände der Charité im heutigen Zentrum von Berlin befindet sich eine der ältesten Krankenhaus­anlagen Deutschlands. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1710 als Pesthaus, damals noch vor den Toren der Stadt. Da Berlin von der Seuche verschont bleibt, wird das Haus in den folgenden 17 Jahren als Hospiz für unbemittelte Alte, als Arbeitshaus für Bettler und als Entbindungs­einrichtung für unehelich Schwangere genutzt.

Historische Darstellung Pesthaus 1725
Das Pesthaus, 1725 · © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

1727

Friedrich Wilhelm I. gibt der Charité 1727 ihren Namen. Er verfügt, dass das Haus zu einem Militärlazarett mit Ausbildungsstätte erweitert wird. Mit inzwischen 400 Betten und einem ansehnlichen Budget entwickelt sich die Charité baulich und inhaltlich weiter. In den folgenden zwei Jahrhunderten erfährt das Gelände verschiedene Umbauten, Anbauten und Teilabrisse.

Männer stehen in einem Krankensaal mit Krankenbetten
Ein Krankensaal in der Charité, 1763 · © Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Außenansicht eines Charité Gebäudes
Die sogenannte Alte Charité, um 1850 · © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

1896

Von 1896 bis 1917 erfolgen nach fast vollständigem Abbruch großzügige Um- und Neubauten auf dem Charité-Gelände.

Damit wird die bauliche Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen. Mehr als 20 Jahre dauert die Errichtung – doch der zweite Weltkrieg zerstört weite Teile der neuen Anlage.

Berlin mit Fokus auf Charité
Die Charité nach dem Neubau, ca. 1920 · © Institut für Geschichte der Medizin und Ethik, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Bibliothek Medical Humanities – Archiv, Fotograf Heinrich Lichte & Co.

1906

Berlins Bevölkerung wächst und die Idee einer Kranken­versicherung entsteht – der Arzt und Politiker Rudolf Virchow erkennt den Bedarf nach moderner medizinischer Versorgung. 1906 eröffnet das als Gartenstadt konzipierte und nach ihm benannte Rudolf Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding. Bei seiner Einweihung gilt es als modernste Kranken­haus­anlage Europas. Das parkähnliche Gelände folgt sowohl den Regeln des Infektions­schutzes als auch dem noch heute modernen Gedanken, dass eine grüne und gut gestaltete Umgebung die Genesung unterstützt.

Luftaufnahme auf Virchow Klinikum
Rudolf Virchow-Krankenhaus um 1920 · © Bildarchiv Foto Marburg
Gebäuderuinen
Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg · © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Mit der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg liegt die Charité im Ostteil der Stadt und direkt an der Mauer.

Nach der umfangreichen Sanierung der zerstörten Bestandsgebäude bis Anfang der 1950er Jahre wird ab 1954 wieder gebaut: So entstehen bis 1959 die Geschwulstklinik und bis 1960 – im Jahr des 250-jährigen Charité-Jubiläums – die Hautklinik.

Menschen sammeln Ziegel inmitten von Ruinen
Wiederaufbau der Charité nach dem Krieg · © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

1968

Das von der US-amerikanischen Benjamin-Franklin Stiftung geförderte Klinikum Steglitz (heute Campus Benjamin Franklin) eröffnet nach zehnjähriger Bauzeit. Es orientiert sich baulich wie inhaltlich an US-amerikanischen Ansätzen und vereint als erstes deutsches Universitäts­klinikum Krankenversorgung, Forschung und Lehre in einem Gebäude.

Baustelle des CBF Hauptgebäudes mit Baufahrzeugen
Blick auf die Baustelle (kurz vor Eröffnung, um 1966/67) · © Foto Charité Mediencenter CBF

1982

Der im Stadtbild sicht­barste Akzent der Charité ist das im Jahr 1982 eröffnete „Charité Bettenhaus Mitte“ mit 2.000 Betten.

Mit den Neubauten unterstreicht die DDR ihren Entschluss, die Charité als medizinische Vorzeigeeinrichtung zu erhalten.

Historisches Bettenhochhaus Außenansicht
Charité Bettenhaus Mitte, 1982 · © Institut für Geschichte der Medizin und Ethik, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Bibliothek Medical Humanities – Archiv

1997

1997 fusionieren die medizinischen Fakultäten „Rudolf-Virchow-Klinikum“ und „Charité“ zur „Medizinischen Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin“. Ein Jahr später werden auch die dazugehörigen Kliniken zusammengeführt.

Bäume und Fassade eines Gebäudes
CVK Nordschiene · © Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin Bibliothek Medical Humanities – Wissenschaftliche Sammlung

2003

Durch die Fusion mit dem „Universitäts­klinikum Benjamin Franklin“ der Freien Universität Berlin entsteht die „Charité – Universitäts­medizin Berlin“, eine der größten Kliniken Europas.

Fassade des CBF Hauptgebäudes
CBF · © Charité | Lina Ruske Fotografie

2007

Die Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) eröffnen das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) als gemeinsames Forschungszentrum mit Hochschulambulanzen am Campus Berlin Buch. Damit bildet dieser den vierten Campus der Charité.

Mikroskop und Objektträger
© Michael Longmire

2016

Die Erneuerung der Charité-Campi nimmt Fahrt auf: 2012 mit der Eröffnung des Neubaus „Charité Cross Over“ (CCO) und 2016 mit dem Abschluss der umfangreichen Sanierung des Charité Bettenhauses Mitte und dem Neubau „Charité Notfallzentrum Mitte – Rudolf-Nissen-Haus“. Weitere Schritte auf allen vier Campi sind in Planung – auf dem Weg zur Vision Charité 2030: Gesundheit neu denken.

Fassade BHH
Charité Bettenhaus Mitte · © Charité | Wiebke Peitz
Visualisierung BeCAT Außenansicht
Rethinking Health

Die Charité
baut Zukunft